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Anfang der sechziger Jahre startete eines der wichtigsten Labels des modernen Jazz: Impulse. Fast jeder, der sich im Jazz einen nahmen gemacht hatte war plötzlich bei Impulse unter Vertrag, so auch Charles Mingus, der einen Vertrag für ein Jahr unterschrieb. Unter der Aufsicht des Produzenten Bob Thiele entstanden drei weitere Klassiker: The Black Saint And The Sinner Lady, ein Piano-Solo Album mit Improvisationen und das Album mit dem Titel „ Mingus, Mingus, Mingus, Mingus, Mingus“. The Black Saint And The Sinner Lady ist wohl Mingus’ Opus Magnum. Nur selten hat ein Musiker ein derart geschlossenes Stück afroamerikanischer Kunst realisieren können. Nach einigen Clubauftritten ging Mingus mit seiner Band auf eine sehr Europatournee und kehrte später ohne den in Paris erkrankten Trompeter Johnny Coles und Eric Dolphy wieder in die USA zurück.

Eric Dolphy blieb in Europa und machte noch einige Konzerte und Aufnahmen mit europäischen Musikern. Er litt zu dieser Zeit sehr stark an Diabetis, was aber falsch diagnostiziert wurde und ihn glauben machte, er sei vollkommen gesund. Im Juni 1964 starb Eric Dolpy in Berlin und die ganze Jazz-Welt stand unter Schock. Mingus behauptete darauf, die Ärzte in Deutschland hätten seinen Freund ermordet.

 


 

Charles Mingus nahm die Arbeit wieder auf und absolvierte verschiedene Gastspiele. Wie schon oft in seiner Karriere plagte ihn nun wieder regelmäßig die Annahme, man würde seine Arbeit nicht genug würdigen, ihm nicht die Anerkennung gönnen, die er verdient habe. Da konnte er auch schon mal handgreiflich werden, seinen Bass zerschmettern und Gott und die Welt beschimpfen: „ Ich sollte meinen Job aufgeben, ich bin so krank, denn ich möchte dass man mir einfach zuhört.“ Doch Mingus blieb weiterhin erfolgreich....und egozentrisch. Bei einem Club-Gastspiel in New York trat neben der Mingus Band auch der weiße Flötist Herbie Mann mit seinem Ensemble auf. Herbie Mann war derzeit recht erfolgreich mit einer Mischung aus afrikanischen-, lateinamerikanischen- und Jazzelementen. Während Herbie Mann’s Konzert sprang Mingus plötzlich, wie von einer Tarantel gestochen, auf und schrie: „ Was versteht denn schon ein Jude von afrikanischer Musik?“ Dann nahm er eine Trommel, warf sie auf den Bandstand und bedrohte Herbie Man mit einer Pistole.

Im Jahr 1966 machte er gemeinsame Aufnahmen mit dem Pianisten Cecil Taylor. Dann war trat eine ziemlich funkstille ein, zumindest was seine musikalische Aktivitäten betraf. Er trat nur noch sehr sporadisch auf und machte erst wieder im Jahr 1970 Plattenaufnahmen. Charles fiel wieder in schwere Depressionen, gefolgt von Alkoholexzessen und fast schon obligatorischen Nervenzusammenbrüchen. Eine erneute Einweisung in eine Klinik war unausweichlich, das Ende der Karriere schien besiegelt.

   


   

Susan Graham, Charles’ letzte Partnerin holte ihn für eine Benefitzveranstaltung, zugunsten der New Yorker Free Press, zurück ins Rampenlicht. Mingus wurde wieder Aktiv. Mit diversen Club-Gigs, einer Europatournee und der Veröffentlichung seiner Autobiografie „Beneath The Underdog“ meldete sich Mingus eindrucksvoll zurück, nahm im Sommer 1971 am Newport Festival teil und spielte das bemerkenswerte Album „Let My Children Hear Music“ ein.

In den 70er Jahren wurde Mingus zunehmend ruhiger. Seine Bands hatten zwar teilweise auch wieder die Klasse seiner großartigen Bands aus den Späten 50er - und frühen 60er Jahren, konnten aber im Großen und Ganzen nicht an die damaligen künstlerischen Erfolge anknüpfen. Neben dem Drummer Danny Richmond, der gehörte schon quasi zum festen Invertar, bleiben besonders der Pianist Don Pullen und der Tenorsaxophonist Georde Adams, der Baritonsaxophonist Hamiett Bluiett sowie Rashaan Roland Kirk in bester Erinnerung. Als Charles Mingus seinen 53. Geburtstag feiert, spricht er schon über seinen baldigen Tod. Tondokumente dieser Feier hat Joni Mitchell festgehalten und z. T. auf Ihrer Platte Mingus, einer musikalischen Homage an Charles, veröffentlicht. In seinen Letzten Lebensjahren schien Mingus seinen Frieden mit sich und der Welt gemacht zu haben und machte einen ausgeglichenen Eindruck.

 


      Charles Mingus starb am 5. Januar 1979 im Alter von 56 Jahren an einem Herzanfall. An diesem Tag strandeten 56 Wale an der mexikanischen Küste und fanden dort ihren Tod.  

 

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