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Charles Mingus war einer der herausragendsten Vertreter der afroamerikanischen Kultur. Er hat nicht nur das Bassspiel revolutioniert, als Bandleader nachhaltig zur Modernisierung des Jazz beigetragen, sondern auch das erste Independent-Label der Musikgeschichte ins Leben gerufen und als Autor eine durchaus bemerkens-
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| Kurze Zeit später heiratete Vater Mingus erneut. Seine neue Frau, die schwarze Mama Carson, brachte ebenfalls einen Sohn in die Familie. Auch sie hatte einen hellen Teint und war gleichwohl sehr stolz darauf, besonders wenn die Leute sie für eine Mexikanerin hielten. Die Haltung der Eltern war sogar derart radikal, dass sie den Kindern untersagten, mit den schwarzen Kindern aus der Nachbarschaft zu spielen. Die später folgenden Neurosen von Charles Mingus wurden also durch die Eltern regelrecht programmiert. Als Kind war Charles (genannt „Cholly“), Bettnässer und wurde dafür vom Vater regelmäßig windelweich geprügelt. Diese Zeit reflektiert Charles Mingus in seiner Autobiografie „Beneath The Underdog“ sehr anschaulich. Wer also tiefer in die Psyche von Charles Mingus eindringen möchte, dem sei dieses Buch aufs Wärmste empfohlen. | ![]() |
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An Sonntagen ging die Familie getrennte Wege. Der Vater ging mit den Töchtern in die Grand Chapel First American Church und die Mutter ging mit den Söhnen in die Holiness Church, welche für ihre Spiritual- und Gospelmusik stadtbekannt war. Der Pfarrer baute die Musik in seine Predigten ein und beeindruckte Charles damit so sehr, dass er sich in seinem späteren Schaffen regelmäßig auf diese Gospel-Roots bezog. Mit acht Jahren wünschte sich Charles sein erstes Musikinstrument, eine Posaune. Zu Weihnachten bekam er sie dann auch geschenkt und eignete sich in den folgenden Monaten die ersten musikalischen Grundkenntnisse an. Hierbei half ihm seine große Schwester Grace. Als sich Charles später beim Chorleiter der Holiness Church, einem Mr. Young, weiterbilden wollte, musste er feststellen, dass Grace ihm, anstatt den Umgang mit dem Bassschlüssel beizubringen, ihm dummerweise den Umgang mit dem Violinenschlüssel beigebracht hatte und er wieder ganz von vorn beginnen musste. Cholly hörte jeden Tag Radio. Eines Tages gab es dort einen ganz neuen Sound zu hören, und der ließ ihn sein Leben lang nicht mehr los: der Sound des Orchesters von Duke Ellington. Später sagte er dazu, er wäre total außer Rand und Band gewesen: „In der Kirche hatte ich so etwas noch nicht gehört ich war kurz davor aus dem Sessel zu springen.“ |
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